VITA
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Fotografie: HP Remark
„Das Henschel Quartett erhält den Orlando Musikpreis für eine der besten musikalischen Leistungen in der gesamten Geschichte des Dubrovnik Festivals“
Pressemitteilung zur Juryentscheidung
Das Beethoven-Jubiläumsjahr 2027 markiert einen weiteren Meilenstein in der internationalen Entwicklung des Henschel Quartetts. Beethoven-Zyklen von Augsburg bis Yokohama, das 30-jährige Jubiläum des renommierten Seligenstädter Kammermusikfestivals, eine erneute Japanreise sowie zwei große Tourneen durch die USA stehen exemplarisch für ein Ensemble, dessen künstlerische Identität heute auf drei Kontinenten fest etabliert ist. Das Jubiläumsjahr vereint die prägenden Stärken des Quartetts: die intensive Auseinandersetzung mit dem Kernrepertoire, das langfristige Engagement für eigene künstlerische Projekte sowie eine kontinuierliche internationale Präsenz auf höchstem Niveau.
Der internationale Durchbruch gelang dem Henschel Quartett mit einer außergewöhnlichen Serie von Wettbewerbserfolgen im Jahr 1995. Preise bei den renommierten Wettbewerben in Evian, Banff und Salzburg wurden bereits ein Jahr später durch den Ersten Preis und die Goldmedaille beim Osaka International Chamber Music Competition gekrönt. Internationale Debüts – darunter eine vielbeachtete BBC-Liveübertragung als kurzfristiger Einsprung für das Juilliard Quartet – etablierten das Ensemble rasch in der Weltspitze der Kammermusik. Die Los Angeles Times schrieb: „Dies ist ohne jeden Zweifel eines der besten Ensembles der Welt – ein großartiges Streichquartett.“
Im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten entwickelte sich das Henschel Quartett von einem preisgekrönten Streichquartett zu einer international vernetzten künstlerischen Institution. Aufbauend auf einem künstlerischen Konzept, welches das legendäre Guarneri Quartet maßgeblich geprägt hat, etablierte das Henschel Quartett ein internationales Ensemblemodell, in dem eine klar definierte künstlerische Identität über eine feste Personalstruktur hinaus Bestand hat und zugleich höchste künstlerische Kontinuität gewährleistet. Um die künstlerischen Leiter Christoph und Monika Henschel entstand ein sorgfältig ausgewählter Kreis international herausragender Musikerpersönlichkeiten, der es ermöglicht, dieselbe unverwechselbare künstlerische Handschrift in Europa, Nordamerika und Asien zu verwirklichen.
Der Cellist Mathias Beyer-Karlshøj prägt diese Identität seit 1994 entscheidend mit. Zum internationalen Künstlerkreis des Henschel Quartetts gehören heute außerdem der deutschmazedonische Cellist Emil Bekir, die dänische Geigerin Vera Panitch, die amerikanische Geigerin Jessica Tong sowie der deutsch-britische Geiger Daniel Bell. Alle verbindet nicht nur ihre außergewöhnliche künstlerische Qualität, sondern auch ihre gemeinsame musikalische Sprache, intensive Probenarbeit und der kompromisslose Anspruch an höchste interpretatorische Exzellenz. So entsteht unabhängig von der jeweiligen internationalen Besetzung stets dieselbe unverwechselbare künstlerische Identität.
Statt wechselnder Formationen präsentiert sich das Henschel Quartett als ein künstlerisch geschlossenes Ensemble, dessen Kontinuität durch langfristig gewachsene Zusammenarbeit getragen wird. Diese internationale Struktur verbindet höchste künstlerische Verlässlichkeit mit regionaler Präsenz. Veranstalter profitieren von einem Ensemble, dessen Musiker zugleich eng mit den jeweiligen Kultur- und Musiklandschaften verbunden sind. Das Ergebnis ist ein zukunftsweisendes Modell, das künstlerische Kontinuität, internationale Flexibilität, lokale Verankerung, nachhaltiges Touren und die inspirierende Zusammenarbeit außergewöhnlicher Künstlerpersönlichkeiten miteinander verbindet.
Zu den Höhepunkten der internationalen Laufbahn zählen Konzerte zur Wiedereröffnung der
UNESCO-Welterbestätte Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, ein Auftritt als Kulturbotschafter der Bundesrepublik Deutschland in Brüssel sowie ein Konzert im Vatikan in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. Wiederholt wurde das Ensemble eingeladen, auf den vier Stradivari-Instrumenten der königlichen Sammlung im Palacio Real in Madrid zu musizieren. 2012 schrieb das Henschel Quartett Musikgeschichte, als es als erstes europäisches Quartett seit zwanzig Jahren den vollständigen Zyklus der Beethoven-Streichquartette in der Suntory Hall Tokio aufführte. Im selben Jahr wurde Monika Henschel zur Präsidentin des neu gegründeten Verbands Deutscher Streichquartette gewählt; 2013 ernannte die Universität Augsburg Christoph Henschel zum Honorarprofessor.
Die Einspielungen des Henschel Quartetts wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik sowie mehreren internationalen Auszeichnungen als CD des Jahres. Empfehlungen von Gramophone, The Sunday Times und der Süddeutschen Zeitung unterstreichen den herausragenden Rang der Diskographie. Eine neue Aufnahme mit Werken von Christopher Theofanidis ist kürzlich erschienen.
Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit engagiert sich das Henschel Quartett seit vielen Jahren intensiv für Lehre und musikalischen Austausch. Regelmäßig ist das Ensemble zu Meisterkursen und Gastprofessuren an renommierten Institutionen wie der Yale University, dem Royal Northern College of Music in Manchester und der University of Melbourne eingeladen. Darüber hinaus steht das Quartett im kontinuierlichen Austausch mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus über musikpädagogische Projekte in seiner Heimatstadt München.
Seit 2006 gehört das Henschel Quartett zu den prominenten Botschaftern von SOS-Kinderdorf e.V..
[ Mehr Infos bei www.sos-kinderdorf.de ]